Enigma Manual - German

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I. Allgemeines.

1. Die Chiffriermaschine Enigma ist ein geheimer Gegenstand im Sinne der Verschlußsachen-Vorschrift (II. Dv. 99). Sie ist nach den Bestimmungen dieser Vorschrift unter Verschluß zu halten.

2. Jeder Benutzer der Chiffriermaschine muß sich bewußt sein, daß die Art ihrer Konstruktion ein sorgfältiges Bedienen und Warten erfordert, damit die Maschine jederzeit betriebsfähig erhalten wird.

II. Vorbereiten der Maschine zum Betrieb.

3. Vor Inbetriebnahme ist die Chiffriermaschine auf richtiges Arbeiten zu prüfen. Hierzu sind der hölzerne Schutzkasten zu öffnen, die Haltevorrichtung (Bild I, 1) durch Anheben der Federknöpfe (I, 2) auszulösen, die Haltehebel (I, 3) herunterzuschwenken, worauf die Abdeckplatte (I/II, 4) sich aufklappen läßt und die Einstellräder (II/IV, 5) freigibt.

4. Die Einstellräder (II/IV, 5) sind mehrmals gegeneinander zu verdrehen, damit die Kontakte der Chiffrierwalzen blank werden. Danach ist die Abdeckplatte (I/II, 4) wieder zu schließen und durch die Haltehebel (I, 3) zu sichern.

5. Zur Säuberung der Tastkontakte sind vor Einschalten der Stroms sämtliche Tasten (II, 6) mehrmals kräftig herunterzudrücken und rasch hochschnellen zu lassen. Dabei ist eine Taste in niedergedrücktem Zustande festzuhalten, um ein unnötiges Weiterschalten der Walzen zu vermeiden.

6. Der Schaltergriff (II, 7) für die Batterie ist bei frischer Batterie von Stellung "aus" auf "dunkel" zu stellen. Sobald die Spannung der Batterie nach längerem Gebrauch nachläßt, ist zum besseren Aufleuchten der Glühlampen die Schalterstellung "hell" zu verwenden. Zu frühes Benutzen der Stellung "hell" führt zu vorzeitigem Durchbrennen der Glühlampen.

7. Bei Sonnenschein und zur Schonung der Augen empfiehlt es sich, die grüne Zellonplatte (I/II, 8) durch Anheben und Drehen der Federknöpfe (I/II, 9) aus dem Holzdeckel zu lösen und mit der gleichen Vorrichtung über dem Buchstaben Transparent (I, 10) zu befestigen. Die Zellonplatte dämpft das Licht der Glühlampen und verdeckt alle Buchstaben, so daß nur der aufleuchtende Buchstabe sichtbar ist.

8. Zum Schutz gegen blendendes Sonnenlicht kann die Maschine dadurch abgeschattet werden, daß die Gelenke der Deckelscharniere (II, 14) nach vorn gezogen und der Holzdeckel halb heruntergeklappt wird.

9. Im Inneren des Holzdeckels ist ein Blatthalter (I, 42) angebracht, damit die Texte beim Schlüsseln bequem vor Augen stehen.

III. Schlüsseleinstellung.

10. Der zur Maschine ausgebene Schlüssel legt folgende 4 verschiedene Einstellungen der Maschine fest:

  1. Reihenfolge der Chiffrierwalzen (III/IV, 12) (Walzenlage),

  2. Einstellung der Zahlen- oder Buchstabenringe (III/IV, 13) auf den 3 Chiffrierwalzen (Ringstellung),

  3. Einstellung der in den Fenstern (I/II, 16) sichtbaren Zahlen oder Buchstaben (Grundstellung),

  4. Herstellung der Steckerverbindungen mittels Doppelsteckerschnüren (II, 30) am Steckerbrett (II, 15) (Steckerverbindungen).

11. Die Schlüsseleinstellung geschieht folgendermaßen:

Der Metalldeckel (II/III, 17) der Maschine wird geöffnet, indem die beiden Halteschrauben (II, 18) durch Drehen gelöst werden, der Deckel an den Schrauben hochgezogen und aufgeklappt wird.

12. Die Walzen sind an der Seite der federnden Kontaktstifte (IV, 35) mit römischen Zahlen (IV, 34) und auf dem blanken Mittelteil mit einer diesen Zahlen entsprechenden Anzahl schwarzer Punkte (IV, 33) gekennzeichnet, so daß man die Reihenfolge der Walzen, zunächst ohne sie herausnehmen zu müssen, nachprüfen kann.

Zur Herstellung der richtigen Walzenlage (vgl. Ziff. 10a) wird der in der linken hinteren Ecke liegende Haltehebel (III, 19) nach vorn bis zum Anschlag geklappt und die Umkehrwalze scharf nach links herangeschoben; dann werden die Chiffrierwalzen (III/IV, 12) an den Einstellrädern (II/IV, 5) mit der rechten Hand nach links zusammengedrückt und zusammen mit der Achse (IV, 21) herausgehoben.

Die Walzen werden in der durch den Schlüssel angegebenen Reihenfolge auf die Achse geschoben und unter Zusammendrücken wieder in die Maschine eingesetzt. Beim Aufsetzen der Walzen auf die Achse ist darauf zu achten, daß die Seiten mit den glatten Kontaktflächen (IV, 36) stets auf die Seite des Achsenbundes (IV, 21a) der Welle weisen, und daß beim Einsetzen der drei auf die Achse geschobenen Walzen der Achsenbund (IV, 21a) mit den glatten Kontaktflächen stets der Umkehrwalze zugekehrt ist. Nach dem Einsetzen der Walzen in die Maschine ist der Haltehebel (III, 19) wieder nach links hinten bis zum Anschlag zu legen.

Das Herausnehmen und Wiedereinsetzen der Chiffrierwalzen hat so sorgfältig zu geschehen, dass mit dem linken Lagerzapfen der Achse nicht die vorstehenden Kontaktstifte der Umkehrwalze (III, 20) verbogen werden. Es ist ferner darauf zu achten, daß nach dem Zurücklegen des Haltehebels nach hinten die Walzen richtig gerastet sind, was daran zu erkennen ist, daß die Zahlen oder Buchstaben in der Mitte der Fenster stehen. (Nachprüfung durch Drehen der einzelnen Chiffrierwalzen).

13. Zum Einstellen der richtigen Ringstellung (vg; Ziff. 10b) werden die Haltefedern (IV, 22) der Zahlen- oder Buchstabenringe (IV, 13) an dem an jeder Haltefeder sizenden Knopf (IV, 23) mit der rechten Hand angehoben und die Ringe mit der linken Hand so weit gedreht, bis der von Maschine Nr. 1253 an mit einer roten Kennmarke versehene – Federzapfen (IV, 24) in das Loch neben der durch den Schlüssel vorgeschrieben Zahl einschnappt. Der Metalldeckel (II/III, 17) wird darauf geschlossen und durch die beiden Halteschrauben (II, 18) festgeschraubt.

14. Zum Einstellen der Grundstellung (vgl. Ziff. 10c) wird die Abdeckplatte (I/II, 4) geöffnet und die Chiffrierwalzen (III/IV, 12) werden mittels der Einstellräder (II/IV, 5) so lange gedreht, bis die durch den Schlüssel vorgeschriebenen Zahlen oder Buchstaben der Grundstellung in den Fenstern (I/II, 16) sichtbar sind. Die Abdeckplatte ist wieder zu schliessen.

15. Zum Herstellen der Steckverbindungen (vgl. Ziff. 10d) sind die Haken (III, 26) an der Stirnwand (I/III, 25) zu lösen und die Stirnwand herunterzuklappen. Dadurch werden 26 Buchstabenpaare (II, 31) frei, die mit den Buchstaben "A" bis "Z" und zugleich mit den ensprechenden Ziffern "1" bis "26" gekennzeichnet sind.

Die durch Kabel verbundenen Doppelsteckerpaare (II, 14) werden einzeln am Steckergriff herausgezogen (nicht an der Steckerschnur herausreißen!). Dann wird entsprechend den im Schlüssel vorgeschriebenen Steckerverbindungen eine Anzahl von Buchstabenpaaren mittels der durch die Schnüre (II, 30) verbundenen Doppelstecker miteinander verbunden. Buchsen und Steckerpaare sind unverwechselbar ausgeführt. Es ist darauf zu achten, dass die Stecker bis zum Anschlag in die Buchsen fest hineingedrückt werden, damit ein gleichzeitiges Aufluechten mehrerer Lampen verhütet wird. Die Stirnwand ist zu schließen und durch die Haken (III, 26) zu sichern.

IV. Verschlüsseln.

16. Nach dem Einstellen des Schlüssels (vgl. III) ist der Klartext Buchstabe für Buchstabe durch Niederdrücken der Tasten ähnlich wie bei einer Schreibmaschine zu schreiben. Die Tasten sind dabei ganz herunterzudrücken, bis in dem Transparent (I, 10) bzw. Auf der darübergelegten Zellonplatte (II, 8) ein Buchstabe aufleuchtet. Die nächste Taste darf erst dann niedergedrückt werden, wenn die vorhergehende Tast losgelassen und in die Ruhestellung zurückgeschnellt ist. Über die Einzelheiten des Verschlüsselns vgl. die "Schlüsselanleitung zur Chiffriermaschine Enigma" (H. Dv. g. 14).

17. Nimmt eine Person das Verschlüsseln vor, so ist zweckmäßig mit der linken Hand der verschlüsselte Spruch niederzuschreiben. Stehen zum Verschlüsseln zwei Personen zur Verfügung, so bedient der eine die Maschine, die andere liest die aufleuchtenden Buchstaben ab und schreibt sie nieder.

18. Für die Schreibweise von Satzzeichen, Zahlen usw. gelten die Vorschriften in der "Schlüsselanleitung zur Chiffriermaschine Enigma" (H. Dv. g. 14).

V. Entschlüsseln.

19. Die Maschine ist nach dem vorgeschriebenen Schlüssel einzustellen (vgl. III) und das Entschlüsseln wie das Verschlüsseln nach IV. Vorzunehmen, doch sind an Stelle der Klartextbuchstaben die Buchstaben des verschlüsselten Spruches zu tasten.

VI. Tastfehler und Versager.

20. Sind beim Schlüsseln (Ver- oder Entschlüsseln) durch Drücken falscher Tasten, Auslassen oder Doppelschreiben von Buchstaben oder durch Versager in der Maschine (Nichtaufleuchten von Lampen) Fehler entstanden, so muß das Schlüsseln vom Spruchanfang wiederholt werden. Hierzu ist der Schlüssel in den Fenstern (II, 16) wie zu Anfang einzustellen. Um aber bei einem erst gegen Ende des Schlüsselns eingetretenen Fehler die Wiederholung der ganzen Schlüsselarbeit zu vermeiden, genügt es, nach neuer Einstellung des Schlüssels eine beliebige Taste so oft zu drücken, wie vor dem Fehler Buchstaben richtig geschlüsselt sind.

Beispiel: Ist beim Schlüsseln der 32. Buchstabe falsch getastet, so wird nach Wiedereinstellung des Schlüssels in dem Fenster ein beliebiger Buchstabe 30mal getastet, darauf der 31. Buchstabe des Spruches zur Kontrolle mit der entsprechenden Taste etastet und mit dem beim ersten Schlüsseln herausgekommenen Buchstaben verglichen. Ergibt der Vergleich denselben Buchstaben wie beim ersten Schlüsseln, so wird mit dem 32. und den folgenden Buchstaben in normaler Weise weitergeschlüsselt.

21. Bei längeren Sprüchen wird die Verbesserung vorgekommener Versehen beim Schlüsseln wesentlich erleichtert, wenn etwa bei jedem 50. Buchstaben die gleichzeitig in den Fenstern erscheinenden Zahlen niedergeschrieben werden. Es genügt dann zum Beseitigen von Fehlern, bis zu dem letzten so niedergeschriebenen Buchstaben zurückzugehen, die zugehörigen Zahlen in den Fensern einzustellen und nur von da ab die Schlüsselarbeit zu wiederholen.

VII. Stromquelle, Glühlampen.

22. Eine allgemeine Betriebanweisung (II, 32) ist im Deckel der Maschine angebracht, damit ohne die vorliegende Gebrauchsanleitung kleine Störungen an der Maschine beseitigt werden können.

23. Als Batterie wird die Batterie 4,5 KZT 5 verwendet. Sie wird bei dem Zeugamt (Nachr.) vorrätig gehalten und kann von dort bezogen werden. Ist keine brauchbare Batterie vorhanden, so ermöglichen die beiden Kordelschrauben (II, 28) den Anschluß einer beliebigen Stromquelle (Taschenlampenbatterie, Sammler u. dgl.), wobei jedoch darauf zu achten ist, daß diese Stromquelle eine Höchstspannung von 4 Volt besitzt. Zum Betrieb mit einer an die beiden Kordelschrauben (II, 28) angelegten Stromquelle wird der Schaltergriff (II, 7) auf Stellung "Sammler" gelegt.

24. Zum Auswechseln der Batterie in der Chiffriermaschine ist der Deckel des Batteriekastens (III, 27), der nach Öffnen des Metalldeckels (III, 17) zugänglich ist, zu öffnen, die erschöpfte Batterie herauszuziehen und durch eine neue zu ersetzen. Dabei ist zu beachten, daß die Kontaktfedern der einzusetzenden Batterie nach rechts zeigen (vgl. die Lage der Gegenkontaktfedern im Batteriekasten [III, 27]).

25. Die in der Chiffriermaschine verwendeten Glühlampen entsprechen folgenden Bedingungen: Halbkugelform, 12 mm, 3,5 Volt, 0,2 Ampere, säurefrei gelötet, vernickelter Lampensockel. In der Maschine befinden sich 10 Reservelampen auf einem Blechstreifen (I, 37) am oberen Rande des Holzdeckels. Handelsübliche Taschenlampenbirnen mit 12 mm Durchmesser können im äußersten Notfall verwendet werden, sie sind jedoch baldmöglichst auszutauschen, da sie leicht zu Störungen Anlaß geben.

Von Maschine Nr. 4388 an ist auf der oberen rechten Seite des Glühlampenfeldes (III, 38) eine Öffnung mit der Bezeichnung "Lampenprüfung" (III, 39) angebracht. Durch Einstecken der Glühlampen in diese Öffnung bei Stellung des Schaltergriffs auf "dunkel" bzw. "hell" können die einzelnen Glühlampen auf ihre Brauchbarkeit geprüft werden. (Achtung: Die Glühlampen müssen sofort nach der Prüfung aus dieser Öffnung wieder herausgezogen werden.)

26. Zu jeder Maschine gehören 8 Doppelsteckerschnüre, von denen 2 (I, 31) im Innern des Deckels der Maschine untergebracht werden können. Von der Maschine Nr. 4388 ab sind 2 Buchsen (die äußerste linke und äußerste rechte – durch rote Punkte gekennzeichnete – Buchse der mittleren Reihe am Steckerbrett – III, 41) und die Lampe mit der Bezeichnung "Kabelprüfung" (III, 40) auf der linken Seite des Glühlampenfeldes (III, 38) angebracht, damit die richtige Verbindung der Doppelsteckerschnüre und ihre Brauchbarkeit nachgeprüft werden können. Die beiden Buchsen sind unverwechselbar und so geschaltet, daß beim Einführen des entsprechenden Steckerstiftes eines jeden Doppelsteckers in diese Buchsen die Prüflampe aufleuchten muß; dabei ist die Doppelsteckerschnur (II, 30) durch Bewegen auf Brüche zu prüfen.

VIII. Störungen.

27. Störungen, die durch den Schlüßler behoben werden können, sind im allgemeinen Kontaktstörungen, zu deren Feststellung und Auffindung wie folgt vorzugehen ist.

28. Zur Feststellung, ob Glühlampen (V, 43), Walzenkontakte (V, 44) und Kurzschlußbleche des Steckerbrettes (V, 45) in Ordnung sind, wird bei beliebiger Schlüsseleinstellung die Q-Taste gedrückt, wodurch irgendein Buchstabe, z.B. der Buchstabe "W", aufleuchtet. Unter Festhalten der niedergedrückten Q-Taste wird nun die Taste der korrespondierenden Lampe, in diesem Falle die W-Taste, gedrückt, worduch nach Loslassen der Q-Taste der Buchstabe "Q" aufleuchten muß. Die W-Taste wird weiter festgehalten und nun z.B. die E-Taste niedergedrückt, wodurch wieder ein Buchstabe aufleuchtet, z.B. "R". Jetzt wird die W-Taste losgelassen und dadurch der Buchstabe "E"zum Aufleuchten gebracht. Dann wird z.B. die T-Taste niedergedrückt usw. Auf diese Weise wird – ohne Veränderung der Schlüsseleinstellung im Fenster – das ganze Alphabet durchgeprüft.

29. Brennen bei dieser Durchprüfung eine der zwei der korrespondierenden Lampen nicht, so sind folgende Untersuchungen anzustellen bzw. Fehler zu beseitigen:

  1. Die Kontaktstifte der Chiffrierwalzen (IV, 35; V, 44) und die Umkehrwalze sind durch Drehen der Walzen in der Maschine oder nach Herausnahme der Walzen aus der Maschine durch Blankreiben der Kontaktlappen mit Polierpapier zu reinigen. Gleichzeitig ist zu prüfen, ob sich einzelne dieser Kontaktstifte klemmen. In diesem Falle sind sie mit gereinigtem Benzin zu säubern und sodann mit harz- und säurefreiem Öl hauchdünn einzufetten. Ebenso sind die festen Kontakte der Walzen (IV, 36) bei dauerndem Gebrauch der Maschine alle 6 bis 8 Wochen, sonst in entsprechend längeren Zwischenräumen mit Polierpapier zu überschleifen und mit einem wenig getränkten Öllappen abzureiben. Alle übrigen Kontakte, Tastenkontakte (V, 46,47), Lampenkontakte (V, 48) und Kurzschlußbleche (V, 45) sind sorgfältig vor Öl zu schützen.

  2. Die Lampenkontakte sind durch Niederdrücken des Lampengegenkontaktes (V, 49) bei herausgeschraubten Glühlampen und durch Wiederfestschrauben der nicht brennenden Lampen auf richtige Kontakte zu prüfen, nachdem zuvor die beiden Glühlampen nach Ziff. 25 auf ihre Brauchbarkeit geprüft sind. (Sofern die Maschine noch keine Einrichtung zu Lampenprüfung besitzt, sind die Lampen zur Prüfung in unmittelbaren Kontakt mit den beiden Polen der Batterie zu bringen.)

  3. Die entsprechenden Doppelsteckerschnüre sind nach Ziff. 26 zu prüfen. (Sofern die Maschine noch nicht die Einrichtung zur Kabelprüfung besitzt, muß das Kabel unter Benutzung einer Glühbirne in unmittelbaren Kontakt mit den beiden Polen der Batterie gebracht werden.) Gegebenenfalls sind schadhafte Schnüre auszuwechseln.

  4. Durch mehrmaliges Einführen und rasches Herausziehen der Doppelstecker (II, 44) in die entspechenden Buchsenpaare (II, 31) sind die federnden Kontaktblättchen (Kurzschlußbleche) (V, 45) von den Buchsen (V, 50) abzudrücken und und gegen die Buchsen zurückschnellen zu lassen. (Vgl. Bild V, die eingeführten Stecker bei W und E im Gegensatz zu Q und R ohne Stecker.)

  5. Zur Reinigung der betreffenden zwei Tastkontakte (V, 46,47) sind die zugehörigen Tasten entsprechend Ziff. 5 mehrmals kräftig herunterzudrücken und rasch hochschnellen zu lassen, wobei eine dritte Taste dauernd gedrückt bleibt, um ein Weiterschalten der Walzen zu vermeiden.

Unter allen Umständen ist zu vermeiden, daß die einzelnen Kontakte mit den Händen berührt werden.

30. Wenn alle Lampen nicht brennen, so ist die Batterie verbraucht oder die Polenden haben keinen Kontakt mit den Federn des Batteriekastens. Behebung des Fehlers erfolgt durch Einsetzen einer Ersatzbatterie nach Ziff. 24 bzw. durch Ausbiegen der Federn, so daß sie Kontakt bekommen.

31. Sind die Störungen nach Prüfung in der oben geschilderten Weise nicht zu beheben, die sind weiteren Instandsetzungsarbeiten nur in den Werkstätten der Nachr.-Abteilungen und der Heereszeugämter bzw. des Nachr.-Zeugamts nach besonderen Richtlinien zulässig.
Instandsetzungsarbeiten an Chffriermaschinen sind grundsätzlich verboten. Die Maschine ist in diesem Falle für den Bereich des O.K.H. an das Heeres-Zeugamt (Nachr.), für den Bereich des Ob. d. L. an das Luft-Nachr.-Zeugamt einzusenden.

IX. Wartung der Maschine.

32. Die Achse (IV, 21) der Chiffrierwalzen sowie der Lagerstellen der Antriebswelle sind bei dauerndem Gebrauch der Maschine im Abstand von 6 bis 8 Wochen, sonst etwa vierteljährlich zu reinigen und mit säure- und harzfreiem Öl leicht einzufetten. Dabei muß peinlichst vermieden werden, daß Öl an irgendeine Kontaktstelle (Tastkontakte, Lampenkontakte und Kurzschlußbleche) dringt.

33. Zum Schutz der Maschine gegen Eindringen von Staub u. dgl. ist der Metalldeckel (II/III, 17) und die Abdeckplatte (I/II, 4) immer geschlossen zu halten. Sobald die Maschine nicht mehr benutzt wird, ist der Schaltergriff (II, 7) für die Batterie auf "aus" zu stellen und der Deckel des Holzkastens zu schließen.



Berlin, den 12. Januar 1937.



Der Reichskriegsminister

und Oberbefehlshaber der Wehrmacht.

I.A.

Fellgiebel